Page 3 - Ausschreibung GK ZH 2021
P. 3

Institut für systemische Interaktionstherapie und Beratung GmbH Oberdiessbach


               Schlüsselszenen gemeinsam bearbeitet und die Beteiligten dabei unterstützt, in einem
               spielerischen Prozess des Ausprobierens problemlösende Interaktionsformen zu entwi-
               ckeln und in ihren Alltag zu integrieren.

               Integration innovativer Modelle in den SIT-Grundkurs
               Innovative Arbeitsformen mit einer ähnlichen Ausrichtung finden sich u.a. in der „Sozial-
               raumorientierung“ und in den „Family-Group-Conferences“.
               Leider werden diese Ansätze jedoch oft isoliert voneinander propagiert und implemen-
               tiert. Sie wirken so manchmal unvereinbar und Fachkräfte haben den Eindruck, sich für
               ein  bestimmtes  Modell  –  und  damit  gegen  andere  Modelle  entscheiden  zu  müssen.
               Nicht selten kommt es auch zu unnötigen Kontroversen, in denen Kräfte vergeudet wer-
               den, die für eine Integration gebraucht werden.
               In diesem neu konzipierten SIT-Grundkurs werden Schritte in Richtung einer Synchroni-
               sierung  mit  den  beiden  obengenannten  Modellen  unternommen.  Jeder  der  beiden
               Ansätze  wird  theoretisch,  methodisch  und  anhand  von  Fallbeispielen  durch  erfahrene
               DozentInnen dargestellt (Sozialraumorientierung: Ein spezieller Seminartag mit Pr. Dr.
               Wolfgang Hinte – Family-Group-Conferences: Drei Seminartage mit Christa Quick und
               Astrid Knippel), die viel zu deren Entwicklung und Verbreitung beigetragen haben bzw.
               über eine fundierte Praxiserfahrung verfügen.
               Sodann werden Integrationsmöglichkeiten für die Praxis vorgestellt, die bereits bestehen
               oder in Zukunft realisierbar sind.

               Family-Group-Conferences
               Hier  soll  das  soziale  Herkunftsnetz  von  Kindern/Jugendlichen  selbst  den  Hilfeprozess
               steuern und gestalten. In einer Konferenz von Personen, die das natürliche Umfeld von
               Kindern/Jugendlichen repräsentieren, werden zunächst bestehende Probleme offen und
               sachlich dargelegt. Anschliessend wird diskutiert, welche Personen aus dem Herkunfts-
               netz einen Teil zu einer Problemlösung beitragen können. Diese Personen erklären sich
               dann in der Konferenz bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Ein grosser Teil der Netz-
               werkkonferenz  erfolgt  ohne  professionelle  Mitwirkung.  So  kann  in  vielen  Fällen  ein
               Jugendhilfeprozess vermieden oder durch die Integration in das natürliche Umfeld we-
               sentlich effektiver gestaltet werden

               Sozialraumorientierung
               Der  Ansatz  bietet  zahlreiche  Vorschläge  zur  Strukturierung  von  Jugendhilfesystemen,
               die sich nicht mehr allein auf die Betreuung einzelner Menschen im Rahmen einer be-
               stimmten  festgelegten  Hilfe  beschränken.  Stattdessen  gilt  es,  Hilfen  zu  flexibilisieren
               und  anschlussfähig  zu  machen  an  die  konstruktiv  funktionierenden  Elemente  der  Le-
               benswelt.  Es  gilt  Finanzierungsformen  zu  kreieren,  die  zum  einen  die  Arbeit  im
               Sozialraum  unterstützen  und  gleichzeitig  diejenigen  Leistungserbringer  belohnen,  die
               Verselbständigungsprozesse in der Lebenswelt der Beteiligten unterstützen.











                                                        Seite 3 von 10
   1   2   3   4   5   6   7   8